Foto: Queen Mum

„Individuelle Beratung ist wichtig“


Entwickelt sich unser Kind regelrecht im Mutterleib und ist es gesund? Diese Frage stellen sich wohl alle werdenden Eltern. Ergänzend zur etablierten Schwangerenvorsorge werden daher die Möglichkeiten pränataler Diagnostik immer häufiger genutzt. Doch bevor Paare diese Methoden in Anspruch nehmen, sollten sie sich ein paar Dinge bewusst machen. Der Gynäkologe Dr. Harald Abele über die Möglichkeiten und Grenzen dieser Methode

BABY & GESUNDHEIT: Herr Dr. Abele, gehört der Routineultraschall schon zur Pränataldiagnostik?

H. A.: Ja, jeder Ultraschall in der Schwangerschaft dient dazu, Aussagen über das Befinden von Mutter und Kind zu machen und ist damit ein Teil pränataler Diagnostik. Die Mutterschaftsrichtlinien des „Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen“ empfehlen im Verlauf der Schwangerschaft drei Ultraschall-Untersuchungen. Ziel ist es, den Gesundheitszustand des ungeborenen Kindes zu beobachten und bei Auffälligkeiten weitere Schritte einzuleiten. Wie tief in die Diagnostik eingestiegen wird, entscheiden die werdenden Eltern im Idealfall selbst.

B & G: Viele Eltern lieben dieses „Baby-TV“ und lassen mehr Ultraschall-Untersuchungen machen als medizinisch notwendig. Neueste Geräte bilden den Fötus sogar vierdimensional ab. Welche Auswirkung hat das auf die Diagnose?

H. A.: Die Pränataldiagnostik profitiert sehr von der verbesserten Ultraschalltechnik. Sie erlaubt uns, in immer früheren Schwangerschaftswochen verlässliche Diagnosen zu stellen und – wenn möglich – das Kind bereits im Mutterleib zu therapieren. Auch für die werdende Mutter und ihr Umfeld kann ein 4D-Ultraschall hilfreich sein, da Fehlbildungen, z. B. eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, für die Eltern plastisch sichtbar gemacht werden können. Dies kann helfen Ängste abzubauen, wenn beispielsweise nach der Diagnose eine Beratung durch einen Kieferchirurgen noch vor der Geburt des Kindes erfolgt. Es gibt aber auch noch andere Fortschritte, die die Möglichkeiten der Pränataldiagnostik entscheidend weiter gebracht haben.

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